Generation Praktikum zu Besuch im digitalen Hoheitsgebiet

Lotta Dase, Praktikum, medienspinnerei, Trello

Notizbücher waren gestern, ab heute organisiere ich mich über Trello!

Und so beginnt meine 8-wöchigen Reise durch den medialen Dschungel, durch den ich mich unter Obhut von Falk – dem wohl bodenständigsten Chemnitzer Experten in Sachen Social Media – ab Februar schlagen werde. Aber wer genau versucht sich da eigentlich den Weg durch Instagram, WordPress usw. zu bahnen?

Das wäre dann wohl die Gestalt, die da oben noch etwas unsicher in die Linse schielt, 23 Jahre an Erfahrung mit sich rumträgt und normalerweise ihre Nase in Bücher über Interkulturelle Kommunikation steckt. Darüber hinaus könnte man mich als Verfechterin der Sharing-Economy und Freizeit-Minimalistin bezeichnen, die gern mal ihre Meinung in puncto Nachhaltigkeit kundtut. Wer von dieser spritzig-naiven Art ein bisschen angetan ist und/oder den ein oder anderen Ratschlag absahnen will, sollte auf Twitter meinen Weg mitverfolgen. Wie es überhaupt dazu kam, dass du gerade diese Zeilen liest und was das eigentlich soll, gebe ich als erste Amtshandlung gleich mal in Form dieses Artikels zum besten.

 

Erkenntnisse einer Jahrtausenderin

Für die meisten, die wie ich in die Generation Y hineingeboren wurden, spielt das Internet und allen voran Social Media seit jeher eine wichtige Rolle. Unser Sozialleben wird maßgeblich von Facebook, Snapchat und Twitter bestimmt – dort tauscht man sich aus, die Selbstoptimierung läuft auf Hochtouren und das Konzept der Langeweile wurde schon lange ins Jenseits befördert. Aber die Plattformen bieten uns nicht nur die Möglichkeit, passiv Werbung zu konsumieren und unseren virtuellen Voyeurismus zu stillen. Stattdessen geben sie uns das Werkzeug in die Hand, um uns weltweit zu vernetzen und aktiv werden zu lassen.

 

Wind sein und nicht Fähnchen

Für mich hat sich die Nutzung der digitalen Welt im letzten Jahr radikal verändert. Statt Urlaubsfotos zu posten und kräftig den Like-Button zu drücken, fand ich mich auf einmal inmitten heißer Diskussionen wieder, nachdem ich vermehrt den Diskurs über sozialpolitische Themen gesucht hatte. Ich nutzte die Teil-Funktion nicht mehr, um meine Freunde an Katzenvideos teilhaben zu lassen, sondern um auf interessante Bewegungen und spannende Vorträge aufmerksam zu machen. Meine private Facebook-Seite wurde politisch und auch mein Twitter-Account entstand aus Empörung und dem Verlangen, jener öffentlich Ausdruck zu verleihen und den „Großen“ eine Reaktion zu entlocken.

 

Von einer, die auszog, das Bloggen zu lernen

Der erster Schritt Richtung Professionalisierung und weg von meinem informellen, kunterbunt-subjektiven Online-Aktivismus geschah durch meinen Blog raumfrei. Als Wahl-Chemnitzerin stellte ich mit der Zeit fest, dass diese Stadt weitaus mehr zu bieten hat, als man auf den ersten Blick sieht und so begann meine Mission, all das sichtbar zu machen, was viel zu oft im Verborgenen bleibt. Die erste Unterstützung dabei erhielt ich dann auch passenderweise gleich beim Barcamp 2015, wo ich nicht nur von spannenden Sessions sondern auch vom Netzwerken mit aktiven Bloggern aus Chemnitz profitieren konnte.

 

Social Media ist ein Marathon, kein Sprint

Darüber hinaus wurde ich auch offline aktiv und gründete mit Nachbarn auf dem Sonnenberg den Nachbarschaftsgarten Zietenaugust und auch foodsharing Chemnitz wurde zu einer Herzensangelegenheit. Alle drei Projekte – Blog, Garten und foodsharing – hatten dabei eins gemeinsam: sie mussten erst einmal bekannt gemacht werden. Und was eignet sich dafür besser als Social Media? Ich ging mit viel Elan an die Sache, aber die Anfangseuphorie legte sich wieder, nachdem mir klar wurde, dass es noch lang nicht damit getan ist, eine Seite zu erstellen oder einen Hashtag zu kreieren. Einen Social Media Kanal konstant und qualitativ zu betreiben, bedeutet zeit- und planungsintensive Arbeit, die ohne technisches Know-How schnell an ihre Grenzen stößt.

 

Vom heimischen Schreibtisch ins Coworking

Als mir bewusst wurde, dass ich erst so richtig aufblühe, wenn ich einen Sinn in meinem Tun sehe und v.a. das selbstständige Arbeiten genieße, kam mir während meines Auslandssemesters die Idee, mich im Rahmen eines Praktikums ernsthaft mit Social Media auseinanderzusetzen. Und der richtige Platz war in Form von Falks medienspinnerei schnell gefunden, da er nicht nur genau in dem Bereich aktiv ist, sondern mir praktischerweise auch den wohl kürzesten Arbeitsweg der Welt beschert – zwei Stockwerke tiefer im hausinternen Coworking Space, was mir ab sofort einen Vorgeschmack auf das Leben einer Freelancerin geben wird.

 

May the Praktikum be ever in my favor

Während dieser Zeit möchte ich mir theoretisches Wissen aneignen, um Kanäle nicht gleich wegen technischer Patzer an die Wand zu fahren. Zudem bin ich gespannt darauf, einen Einblick in diese zukunftsweisende Branche zu erhalten, um herauszufinden, ob das Ganze eines Tages mal mehr als nur ein Ehrenamt für mich sein soll. Aber wirklich interessant ist es eigentlich dadurch, dass ich selbst ran darf, um ein Projekt meiner Wahl zu betreuen! Den besonderen Reiz macht bei Praktika schließlich nicht das Kaffee kochen aus, sondern das selber gestalten! In diesem Sinne: Bring it own Snapchat, Facebook und Co.!

Mir nach!

lottadase

Bloggerin | Minimalistin | Ökoversteherin
Derzeit Praktikantin in der medienspinnerei.
Mir nach!

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  1. Tim Reply

    Auf gehts!

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